Kreiskys früher Weg: Ein Film als Warnung vor dem Zerfall der Demokratie
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir über Harald Sicheritz’ neuen Film „Bruno – Der junge Kreisky“. Der Kinofilm erzählt von den politischen Lehrjahren des späteren Bundeskanzlers Bruno Kreisky: einem jungen Mann aus gutbürgerlichem, jüdisch geprägtem Elternhaus, der seinen Weg in die Sozialdemokratie findet.
Wir blicken auf die prägenden Ereignisse seiner Jugend: den Brand des Justizpalasts, die gewaltsame Niederschlagung der Proteste, den Tod von Demonstranten und die Katastrophe des Aufstands von 1934. Der Film zeigt auch Kreiskys politische Verfolgung unter dem Dollfuß-Regime und später unter den Nationalsozialisten.
Dabei wird deutlich: Diese Geschichte ist keine reine Historie. Sie ist ein Lehrstück über die Zerbrechlichkeit der Demokratie, über Antisemitismus, autoritäre Gefahren und die Verantwortung politischer Parteien. Gerade in einer Zeit, in der die SPÖ erneut von inneren Konflikten geprägt ist, gewinnt der Film eine aktuelle, fast ironische Bedeutung.
Eine Folge über Geschichte, Politik und die Frage: Was kann uns der junge Kreisky heute noch lehren?
Transkript anzeigen
00:00:00: TV-Einundzwanzig
00:00:01: Gespräche.
00:00:08: Der Film
00:00:27: zeichnet sehr gut nach, wie ein junger Mann aus gutbürgerlichem jüdisch geprägtem Elternhaus seinen Weg in die Sozialdemokratie findet.
00:00:36: Besonders stark gelingt es ihm, die prägenden Erfahrungen sichtbar zu machen – den Brand des Justizballasts, die gewaltsame Niederschlagung der Proteste und dem Tod von Demonstranten.
00:00:48: Diese Ereignisse werden nicht nur als historischer Hintergrund erzählt sondern auch als Wendepunkt im kreiskiespolitischen Bewusstsein.
00:00:56: Ebenso überzeugend zeigt der Film den harten Weg zur Anerkennung eines bürgerlichen Jungsozialisten mit jüdischer Herkunft.
00:01:03: Kreiski steht zwischen Klassenherkunft, gesellschaftlichem Vorurteil und politischem Engagement – eine Spannung die den Film menschlich glaubwürdig macht.
00:01:13: Zugleich wird deutlich wie früh er vor dem Gefahren des Aufstands von fournzehn vierunddreißig warnt!
00:01:19: Der bewaffnete Widerstand endet in der Katastrophe des Austrophaschismus.
00:01:24: Der Film macht auch Kreisky's politische Verfolgung nachvollziehbar.
00:01:27: Zuerst unter dem Dolphus-Regime, später unter den Nationalsozialisten.
00:01:32: Diese Biografie verbindet persönliches Schicksal jüdische Erfahrung und den Kampf um die Demokratie auf überzeugende Weise.
00:01:39: Politisch ist Bruno der junge Kreiski daher hochaktuell.
00:01:45: Er funktioniert als Lehrstück über die Zerbrechlichkeit der Demokratie, die Gefahr autoritärer Kräfte und die Verantwortung einer Partei sich nicht in Flügelkämpfen zu verlieren.
00:01:55: Gerade angesichts der aktuellen SPÖ-Krise wirkt die Geschichte umso eindrücklicher.
00:02:00: Die Ironie der Gegenwart verstärkt die Wirkung des Films erheblich.
00:02:04: Fazit – trotz einzelner dramaturgischer Schwächen ist der Film ein wertvoller politisch relevanter Beitrag.
00:02:11: Er erinnert daran, dass Demokratie weder selbstverständlich ist noch ohne mutige Menschen verteidigt werden
00:02:22: kann.
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