Krebs als Pointe: Provokation und Verantwortung bei oe24
Shownotes
- Anlass: In einer Sendung bei oe24TV wird die Krebserkrankung des Finanzministers mit den Belastungen des SPÖ-Vorsitzes verglichen. - Im Mittelpunkt steht die Frage, warum der Kommentar darin keine legitime politische Zuspitzung, sondern eine Grenzüberschreitung sieht. - Frühere Beschimpfungen des Vizekanzlers und eine anschließende Entschuldigung bilden den Hintergrund der Kritik. - Der Kommentar richtet den Blick besonders auf die Senderverantwortung: Welche Grenzen sollte ein Medienanbieter selbst setzen, auch wenn Empörung Aufmerksamkeit bringt? - Format: Einführung und redaktioneller Kommentar, kein Interview.Transkript anzeigen
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00:00:05: Herzlich willkommen beim TV-One-Zwanzig-Podcast.
00:00:09: Schön, dass Sie dabei sind!
00:00:10: Heute geht es um eine Frage die uns alle betrifft.
00:00:14: Wie weit darf Provokation im Fernsehen gehen?
00:00:17: Anlass ist ein Auftritt von Gerald Gross auf OE-VierundzwanzigTV.
00:00:22: In seiner Sendung hat er über Finanzminister Markus Martabauer gesprochen der seit dem Sommer an Krebs erkrankt.
00:00:29: Sinngemäß meinte Gross, gegen den SPÖ-Vorsitz sei Krebs ein Lärcherl.
00:00:35: Wenige Wochen davor musste er sich bereits für Beschimpfungen gegen Vizekanzler Babla entschuldigen – ist das noch zugespitzte Meinung?
00:00:43: oder ist hier eine Grenze überschritten?
00:00:46: Und welche Verantwortung trägt einen Sender der solche Auftritte immer wieder möglich
00:00:50: macht?".
00:00:51: Dazu ein Kommentar von unserem Chefredakteur Robert Ehpat
00:00:55: Krebs als Pointe.
00:00:57: Im Juli hat Finanzminister Markus Martabauer öffentlich gemacht, dass er an Krebs erkrankt ist.
00:01:02: Er hat damals um etwas sehr einfaches gebeten – offen aber fair und respektvoll mit seiner Erkrankung umzugehen.
00:01:08: Über alle Parteigrenzen hinweg hat man sich daran gehalten bis letzten Montag.
00:01:13: Das saß Gerald Gross im Studio von OE-IV.TV in einer Sendung die seinen Namen trägt und erklärte sinngemäß «Martabauer stehe das Schlimmste noch bevor».
00:01:24: Gegen den SPÖ-Vorsitz sei Krebs ein Lärcherl.
00:01:27: Man kann über die SPÖ denken, was man will!
00:01:30: Man kann sie hart kritisieren und über ihre Führungsfragen spotten – das gehört zur Politik.
00:01:35: Aber eine Krebserkrankung zu Pointe zu machen ist keine Kritik.
00:01:39: Das ist schlicht unanständig gegenüber Martabauer und gegenüber den über vierhunderttausend Menschen in Österreich, die selbst mit dieser Diagnose leben.
00:01:47: Und es ist kein
00:01:48: Ausrutsche.".
00:01:49: Erst vor wenigen Wochen musste sich Gross entschuldigen, weil er Vizekanzler Babler als Ulnuch und Kastrat bezeichnet hatte.
00:01:57: Babler hatte ihn geklagt – damit sind wir beim eigentlichen Punkt.
00:02:00: Gross ist wie Er ist!
00:02:02: Die Frage richtet sich an den Sender.
00:02:04: Wer jemandem nach einer solchen Entgleisung gleich das nächste Format gibt?
00:02:08: Ein Format, dass auf Zuspitzung und Krawall gebaut ist der weiß was er bekommt Und der will es offenbar auch Weil Empörung Quote bringt.
00:02:16: Meinungsfreiheit isst ein hohes Gut Aber sie ist kein Freibrief dafür, die Krankheit eines Menschen als Unterhaltung zu verkaufen.
00:02:23: Diese Grenze sollte ein Sender selbst ziehen
00:02:33: können.
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