Medienfinanzierung – Empörung rechnet sich
Shownotes
In Österreich verdienen jene Medien am besten, die dem demokratischen Diskurs am wenigsten geben. Krone, Heute und oe24 machen mit einem Geschäftsmodell Gewinn, das auf Empörung und Herabwürdigung setzt. Gleichzeitig fallen kleine, unabhängige Redaktionen durch jedes Förderraster.
Das Medienförderungsgesetz ist ein Anfang, aber die Hürden sind so hoch angesetzt, dass gerade Online-Journalismus regelmäßig leer ausgeht. Wer klein ist und unabhängig bleiben will, finanziert das aus eigener Kraft – oder gar nicht.
In dieser Folge geht es um die Mechanik dahinter: um eine Förder- und Anzeigenlandschaft, die Auflage über Verantwortung stellt, um den Rechtsruck im österreichischen Mediensystem und darum, was es konkret bedeutet, wenn man wie TV21 eine klare Linie vertritt – liberale Demokratie und Menschenwürde – und dafür keine Förderung bekommt.
Themen der Folge – Rechtsruck im österreichischen Mediensystem – Medienförderungsgesetz: Anspruch und Hürden – Warum Online-Journalismus durch den Rost fällt – Das Geschäftsmodell des Boulevards – TV21: Haltung und ihre Kosten
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Transkript anzeigen
00:00:00: Eine kurze Frage zum Einstieg.
00:00:07: Welche Medien in Österreich verdienen eigentlich gut?
00:00:10: Und welche Art von Berichterstattung wird dafür belohnt?
00:00:13: Die Antwort ist unbequem und genau darum geht es heute!
00:00:19: Ein Großteil des Boulevards trägt diese Entwicklung nicht nur mit, er befeuert sie.
00:00:36: Und auch etablierte Zeitungen fallen mit einer Berichterstattung auf die journalistische Mindeststandards regelmäßig unterläuft.
00:00:44: Das Medienförderungsgesetz ist ein Anfang mehr nicht.
00:00:48: Die Hürden sind so hoch angesetzt dass gerade jene Medien leer ausgehen die auf Qualität statt auf Reichweite um jeden Preis setzen.
00:00:58: Online-Journalismus fällt dabei besonders zuverlässig durch den Rost.
00:01:03: Wer klein ist und unabhängig bleiben will, finanziert das aus eigener Kraft oder gar nicht.
00:01:09: TVEinundzwanzig kennt das aus erster Hand!
00:01:13: Wir erhalten keine Förderungen – wir haben wenige audiovisuelle Vertragspartner und die Vertragsummen sind gering.
00:01:21: Wir vertreten eine klar definierte Linie liberale Demokratie und Menschenwürde.
00:01:26: Diese Haltung ist nicht verhandelbar, auch wenn sie unserer Finanzierung erkennbar im Weg steht.
00:01:32: Währenddessen verdienen Krone, Heute und OE-Vierundzwanzig hervorragend an einem Geschäftsmodell das Empörung produziert herabwürdigt.
00:01:42: Das ist kein Zufall und keinen Marktversagen, sondern das Ergebnis einer Förder- und Anzeigenlandschaft die Auflage über Verantwortung stellt.
00:01:51: Die Frage ist nicht ob dieses System schief steht – die Frage ist wie lange man sich in einer Demokratie leisten will dass ausgerechnet jene Medien am besten dastehen die sie am wenigsten
00:02:08: stützen.".
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